Die heilige Beichte
Das Sakrament der Buße
Wer das heiligste Herz Jesu verehren will und am Herz-Jesu-Freitag die Sühnekommunion empfangen möchte, muss im Stande der heiligmachenden Gnade sein. Wo Todsünde sie verdunkelt, schenkt allein die heilige Beichte sie wieder. Sie ist eines der sieben Sakramente, die Christus eingesetzt hat.
Die Einsetzung durch Christus
Nach seiner Auferstehung erschien der Herr den Aposteln, hauchte sie an und sprach:
„Empfangt den Heiligen Geist. Denen ihr die Sünden nachlasst, denen sind sie nachgelassen; denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." Johannes 20, 22–23
In diesen Worten hat der Herr den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern, die Vollmacht übertragen, in seinem Namen die Sünden zu vergeben. Der Sünder bekennt reuig seine Sünden, der Priester spricht ihn los, und Gott vergibt.
Die drei Arten der Reue
Eine Beichte ohne wahre Reue ist ungültig. Wahre Reue empfindet im Herzen Leid darüber, die Sünden begangen zu haben. Die Kirche unterscheidet drei Arten:
Die vollkommene Reue
Sie heißt auch Liebesreue, weil sie aus reiner Liebe zu Gott die Verletzung dieser Liebe bereut. Sie hat die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen, auch vor der sakramentalen Beichte, sofern die Absicht besteht, die Sünden so bald wie möglich zu bekennen.
Die unvollkommene Reue
Sie heißt auch Furchtreue. Sie geht hervor aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit und an die Strafe, die jede Sünde nach sich zieht. Sie genügt für die Gültigkeit der sakramentalen Beichte.
Die eitle Reue
Sie tut dem Sünder nur deshalb leid, weil er sich vor den Menschen schämt. An die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit denkt er nicht; auch will er sich nicht bessern. Eine solche Reue genügt nicht.
Was die Beichte wirkt
Das Bußsakrament tilgt alle gebeichteten Sünden samt den ewigen Strafen. Es heilt die Seele, schenkt die heiligmachende Gnade zurück, wo sie durch Todsünde verloren war, und verhilft zu einem tugendhaften Leben. Ein Teilablass kann zudem die zeitlichen Sündenstrafen abtragen, siehe dazu die Seite zum Ablass.
Aus der frommen Überlieferung
Eine fromme Erzählung aus dem berühmten Exorzismus in Earling (Iowa, 1928) berichtet, dass der böse Geist im Gespräch um sich Auffälliges wusste, die unbekannten Vergehen vergangener Jahre, die selbst der Betroffene fast vergessen hatte. Wenn man ihm aber entgegenhielt, größere Schuld habe man im späteren Leben nicht auf sich geladen, antwortete er ratlos:
„Das weiß ich nicht, das hast du halt schon gebeichtet."
Was gebeichtet ist, weiß selbst der Versucher nicht mehr. Es ist durch das Sakrament der Buße so aus der Seele ausgetilgt, dass keine Spur für sein Wissen zurückbleibt, versenkt in den Abgrund der göttlichen Barmherzigkeit.