Herz-Jesu-Freitag

Diejenigen, die das heiligste Herz Jesu verehren, nutzen jeden ersten Freitag im Monat, um Ihm eine besondere Ehre zu erweisen, gemäß ihrer persönlichen Andacht. Aus der großen Verheißung des Herrn an die heilige Margareta-Maria Alacoque ist eine der ältesten und schönsten Andachten der Kirche gewachsen.

„Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander würdig die heilige Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein." Der Herr an die hl. Margareta-Maria Alacoque

Wer am Sonntag zuvor würdig gebeichtet hat und im Stande der heiligmachenden Gnade ist, braucht am Herz-Jesu-Freitag nicht nochmals zu beichten. Im Mittelpunkt des Tages steht die Sühnekommunion: der Empfang der heiligen Kommunion mit der ausdrücklichen Aufopferung an das göttliche Herz Jesu, als Wiedergutmachung für die Lauheit, Gleichgültigkeit und den Undank, mit denen die Welt seine Liebe vergilt. Wer kommuniziert, vereinige sich innerlich mit dem Erlöser und biete den Empfang ausdrücklich zur Sühne dar, für die eigenen Sünden und für die der Welt. Mit dem Sühnegebet Jesu dulcissime, in frommer Gemeinschaft gebetet, ist an diesem Tag zudem ein vollkommener Ablass verbunden.

Christus hält sein flammendes Herz, das Kreuz, Wunde und Dornenkrone trägt
Pompeo Batoni: Sacro Cuore di Gesù (1767), Il Gesù, Rom Bildquelle · Wikimedia Commons (Public Domain)

Die vier großen Offenbarungen

— Erste Offenbarung —

… sprach der Herr zu Margareta-Maria Alacoque:

„Mein göttliches Herz brennt so von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, dass es die Flammen dieses Feuers nicht mehr in sich verschließen kann. Es muss sich deshalb durch dich ausbreiten, es muss sich offenbaren, um die Menschen mit den kostbaren Schätzen zu bereichern, die Ich dir enthülle. Sie bergen die Gnaden, die ihnen zum Heile dienen und sie vom Abgrund des Verderbens zurückreißen. Dich, die du ein Abgrund der Unwürdigkeit und Unwissenheit bist, habe ich zur Ausführung dieses großen Planes ausersehen, damit Ich allein es sei, der dieses Werk vollbringt."

— Zweite Offenbarung —

Er ließ mich sodann erkennen, wie das brennende Verlangen, von den Menschen geliebt zu werden und sie vom Weg des Verderbens zurückzureißen, auf den der Satan so viele führte, Ihn den Entschluss eingegeben habe, sein Herz den Menschen zu offenbaren. Von seinen Schätzen der Liebe, des Erbarmens, der Gnade, der Heiligung und des Heiles sollten sie erfahren, damit Er jene, die Ihm die Verehrung, Liebe und Verherrlichung erweisen würden, in überströmender Fülle mit diesen Schätzen des Herzens Gottes beglücken könne.

Dieses wünschte Er unter der Gestalt eines menschlichen Herzens verehrt zu sehen. Das Bild solle man aufstellen und bei sich auf dem Herzen tragen, damit den Menschenherzen die göttliche Liebe eingeprägt und mit allen Gnaden erfüllt werde, und damit es die Zerstörung aller ungeordneten Neigungen bewirke. Überall, wo dieses heilige Bild zur Verehrung aufgestellt sei, würde Er seine Gnaden und seinen Segen ausgießen.

Diese Verehrung sei „gleichsam eine letzte Anstrengung seiner Liebe zugunsten der Menschen in diesen letzten Jahrhunderten der Erlösung, um sie der Herrschaft Satans zu entreißen und uns in die herrliche Freiheit des Reiches seiner Liebe zu versetzen, das Er in den Herzen derer aufrichten wolle, die diese Andacht üben würden".

— Dritte Offenbarung —

Einmal, als wieder das Allerheiligste ausgesetzt war und sie sich durch eine außerordentliche Sammlung aller Sinne und Kräfte ganz in ihr Inneres zurückgezogen fühlte, erschien ihr Jesus Christus im Glanz seiner Verherrlichung mit seinen fünf Wundmalen, die wie fünf Sonnen leuchteten. Überall aus seiner heiligen Menschheit drangen Flammen hervor, besonders aus seiner anbetungswürdigen Brust, die einem Glutmeer glich. Er zeigte ihr sein liebevolles Herz, das der Quell dieser Flammen war, und entdeckte ihr die unaussprechlichen Wunder seiner reinen Liebe und das Übermaß dieser Liebe zu den Menschen, von denen Er nichts als Undank und Verkennung erfahre:

„Das trifft mich viel schmerzlicher als alles, was ich in meiner Passion erduldete. Wenn sie meine Liebe nur ein wenig erwiderten, so würde ich alles, was ich für sie tat, gering achten und noch mehr tun, wenn es möglich wäre. Doch sie haben nichts als Kälte und Abweisung für all meinen Eifer, ihnen Gutes zu tun. Mache deshalb wenigstens du mir die Freude, für ihre Undankbarkeit soweit Sühne zu leisten, als du es mir vermagst."

— Vierte Offenbarung —

„Siehe hier das Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat, um ihnen seine Liebe zu beweisen. Zum Lohn dafür ernte Ich von den meisten nur Undank durch die Unehrerbietigkeiten und Sakrilegien, durch die Kälte und Missachtung, die sie Mir in diesem Sakrament der Liebe zufügen. Doch am schmerzlichsten ist es Mir, dass auch Seelen, die Mir geweiht sind, so gegen Mich handeln."

„Deshalb verlange Ich von dir, dass am ersten Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderes Fest zur Verehrung meines heiligsten Herzens eingesetzt werde. Man soll an diesem Tag die heilige Kommunion empfangen und Mir durch feierliche Abbitte Ehrenersatz leisten, um die Verunehrungen zu sühnen, die dem allerheiligsten Sakrament während der Aussetzung auf den Altären zugefügt werden. Ich verspreche dir, dass mein Herz jene mit dem Strom seiner göttlichen Liebe überschütten wird, die ihm diese Ehre erweisen und sich dafür einsetzen, dass auch andere es tun."


Häufige Fragen

Was ist der Herz-Jesu-Freitag?
Der Herz-Jesu-Freitag ist der erste Freitag im Monat. Katholiken empfangen an diesem Tag die heilige Kommunion zur Sühne für die Lauheit der Welt gegenüber dem heiligsten Herzen Jesu, oft verbunden mit der Heiligen Stunde am Vorabend.
Was ist die große Verheißung der neun ersten Freitage?
Der Herr sagte der hl. Margareta-Maria Alacoque zu, dass jene, die an neun aufeinanderfolgenden ersten Freitagen im Stande der Gnade kommunizieren, die Gnade eines bußfertigen Endes empfangen und nicht ohne die heiligen Sakramente sterben werden.
Muss ich am Herz-Jesu-Freitag beichten?
Nein. Wer im Stande der heiligmachenden Gnade ist, braucht nicht eigens am Herz-Jesu-Freitag zu beichten. Wer am Sonntag zuvor würdig gebeichtet hat, kann unmittelbar die Sühnekommunion empfangen.
Was ist die Sühnekommunion?
Die Sühnekommunion ist der Empfang der heiligen Kommunion mit der ausdrücklichen Aufopferung an das göttliche Herz Jesu, als Wiedergutmachung für die Lauheit und den Undank der Welt gegenüber der Liebe Christi.
Wann ist der nächste Herz-Jesu-Freitag?
Stets der erste Freitag des laufenden oder folgenden Monats. Das aktuelle Datum steht oben auf jeder Seite dieser Website.