Die Heilige Stunde
„Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?"
Im Jahre 1674 wurde der heiligen Margareta-Maria Alacoque eine Vision des heiligsten Herzens Jesu zuteil. Christus forderte sie auf, häufig die heilige Kommunion zu empfangen, besonders am ersten Freitag des Monats, und eine Heilige Stunde zu halten.
„Vor allem sollst du mich so oft in der heiligen Kommunion empfangen, als der Gehorsam es dir erlaubt; die Abtötungen und Demütigungen, die es dir einbringen wird, nimm an als ein Unterpfand meiner Liebe. Du sollst darüber hinaus jeden ersten Freitag im Monat kommunizieren. Jede Nacht von Donnerstag auf Freitag will ich dich an der tödlichen Traurigkeit teilnehmen lassen, die ich am Ölberg erdulden wollte."
„Diese wird dich, ohne dass du es begreifen kannst, in eine Art Todesangst versetzen, die qualvoller ist als der Tod selbst. Und um dich mit mir in dem demütigen Gebet zu vereinigen, das ich damals in meinen Ängsten meinem Vater darbrachte, sollst du zwischen elf Uhr und Mitternacht aufstehen und eine Stunde lang auf die Erde hingestreckt mit mir beten, um den göttlichen Zorn zu besänftigen und Ihn um Barmherzigkeit für die Sünder zu bitten. So sollst du mir gewissermaßen die Bitterkeit versüßen, die ich empfand, als ich von meinen Aposteln verlassen war und ihnen vorwerfen musste, dass sie nicht einmal eine Stunde mit mir wachen konnten. In dieser Stunde sollst du tun, was ich dich lehren werde."
Der Herr an die hl. Margareta-Maria Alacoque, 1674
Das ist der Ursprung der Heiligen Stunde, der Herr selbst hat diese Andacht begründet, als Er sie von der heiligen Margareta-Maria verlangte. Sie umfasst inneres und mündliches Gebet und nimmt die Todesangst Jesu am Ölberg zum Gegenstand. Sie will die göttliche Gerechtigkeit besänftigen, Barmherzigkeit für die Sünder erbitten und den Erlöser trösten.
Die Andacht dauert eine Stunde. Man hält sie gemeinsam oder allein, in der Kirche oder anderswo, Donnerstagabend von elf Uhr bis Mitternacht, oder zu der Zeit, da es kanonisch gestattet ist, die Matutin des folgenden Tages zu beten. Die Kirche hat sie mit einem vollkommenen Ablass versehen, der unter den gewöhnlichen Bedingungen erlangt werden kann.