Geschichte der Andacht
Paray-le-Monial · Burgund · 17. Jahrhundert
Im stillen burgundischen Städtchen Paray-le-Monial wurde der heiligen Margareta-Maria Alacoque zwischen 1673 und 1675 das brennende Herz ihres Erlösers offenbart. Aus ihrem inneren Erleben, aus den geistlichen Briefen ihres Beichtvaters Claude de la Colombière und aus dem langen Atem der Kirche erwuchs eine der innigsten Andachten der katholischen Frömmigkeit.
Die heilige Margareta-Maria Alacoque
Geboren 1647 in der Pfarrei Verosvres, trat sie 1671 in das Kloster der Heimsuchung zu Paray-le-Monial ein. Dort empfing sie die großen Offenbarungen des göttlichen Herzens, und mit ihnen den Auftrag, das Fest des heiligsten Herzens Jesu in der Kirche einzuführen und die Andacht der ersten neun Freitage zu verbreiten. Sie starb 1690 und wurde 1920 heiliggesprochen.
Der heilige Claude de la Colombière
Der Jesuit Claude de la Colombière (1641–1682), Oberer der neuen Jesuitenniederlassung in Paray, wurde Margareta-Marias geistlicher Begleiter. Er bestätigte die Echtheit der Erscheinungen, ermutigte die zweifelnde Mitschwester und trug die Verehrung des Heiligsten Herzens als Prediger bis an den Hof der Stuarts nach London. Er wurde 1992 heiliggesprochen.
Paray-le-Monial
Das burgundische Städtchen mit seiner romanischen Basilika und dem Kloster von der Heimsuchung ist bis heute Ort der Wallfahrt. In der Chapelle des Apparitions empfing Margareta-Maria am 16. Juni 1675 die große Erscheinung, in welcher der Herr die Einführung eines besonderen Festes am ersten Freitag nach der Fronleichnamsoktav verlangte.
Die Einführung des Festes
Über fast zwei Jahrhunderte rang die Kirche um die liturgische Anerkennung dieser Andacht. Erst 1856 führte Papst Pius IX. das Fest des heiligsten Herzens Jesu für die gesamte lateinische Kirche ein, gut hundertachtzig Jahre nach den Offenbarungen in Paray. Das Bild des flammenden Herzens mit Kreuz und Dornenkrone, wie es seither in zahllosen Kirchen verehrt wird, folgt der Vision der heiligen Margareta-Maria.