Herz-Jesu-Freitag

Claude de la Colombière wurde am 2. Februar 1641 in Saint-Symphorien-d’Ozon in Südfrankreich geboren. Er besuchte die Jesuitenschule in Lyon und trat 1658 in Avignon in die Gesellschaft Jesu ein. Nach Noviziat und Philosophiestudium unterrichtete er bis 1666 am dortigen Gymnasialkolleg. Anschließend ging er zum Theologiestudium nach Paris und wurde am 6. April 1669 zum Priester geweiht. In Lyon lehrte er drei Jahre Rhetorik und predigte an der Jesuitenkirche.

Paray-le-Monial, die Begegnung mit Margareta-Maria

Nach Abschluss seines Terziats wurde er 1675 erster Oberer der neuen Jesuitenniederlassung in Paray-le-Monial. Im selben Ort befand sich das Frauenkloster vom Orden der Heimsuchung, in dem der heiligen Mystikerin Margareta-Maria Alacoque die Geheimnisse des Heiligsten Herzens offenbart wurden. Sie litt sehr darunter, dass ihre Visionen in der Gemeinschaft missverstanden wurden, und in dieser Zeit empfing sie vom Herrn die Zusicherung, dass er ihr „seinen treuen Diener und vollkommenen Freund" senden werde, der sie nicht nur verstehen, sondern auch geistlich begleiten würde.

Bereits wenige Tage nach seiner Ankunft im Februar 1675 besuchte P. La Colombière das Kloster. Schwester Alacoque öffnete ihm ihr Herz und berichtete von den Erscheinungen, er bestätigte, dass diese Offenbarungen wirklich von Gott stammten. Im Juni 1675 empfing sie jene große Erscheinung, in der ihr aufgetragen wurde, für die Einführung des Herz-Jesu-Festes Sorge zu tragen und auch P. La Colombière zu bewegen, alles zu tun, um die Verehrung zu verbreiten.

Prediger am englischen Hof

Schon 1676 wurde La Colombière als Hofprediger zur Herzogin von York nach London entsandt. Obgleich England anglikanisch war, hatte König Karl II. seinem zum Katholizismus konvertierten Bruder, dem späteren König Jakob II., eine eigene Kapelle im Palast von St. James gestattet. Dort durfte La Colombière als Kaplan dienen. Er begeisterte auch die Herzogin für die Herz-Jesu-Verehrung, sie war das erste Mitglied eines Königshauses, das den Papst um die Einführung eines offiziellen Herz-Jesu-Festes bat.

Kerker und letzte Jahre

Im November 1678 wurde er auf falsche Anzeige eines Franzosen, der sich eine Belohnung erhoffte, eines Komplotts gegen König und Parlament beschuldigt und eingekerkert. Nach einem Monat ließ ihn das Eingreifen des französischen Gesandten frei, doch seine Gesundheit war gebrochen. Er kehrte nach Lyon zurück und wurde geistlicher Begleiter der jungen Jesuiten. Er predigte weiter über das Heiligste Herz, und als seine Lunge nicht heilen wollte, sandten ihn seine Oberen 1681 nach Paray-le-Monial zurück. Dort starb er am 15. Februar 1682.

Verehrung

Acht Jahre nach ihm starb in Paray-le-Monial auch Margareta-Maria. Das gemeinsame Anliegen beider, das Fest des heiligsten Herzens, wurde schrittweise Wirklichkeit; 1856 wurde es für die gesamte lateinische Kirche eingeführt. Claude de la Colombière selbst wurde 1929 seliggesprochen und 1992 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 15. Februar. Seine Reliquien ruhen in der Jesuitenkirche unweit des Klosters der Heimsuchung in Paray.